1. Die Kunst, eine Affäre zu vermeiden


    Datum: 25.07.2022, Kategorien: Humor Autor: Maria_Heinz

    ... hab!“
    
    „Na gut! Ganz wie du meinst.“
    
    Damit hämmerte sie nochmal gegen die Fahrstuhltüre
    
    und schrie sehr laut: „Hee! Warum hört uns denn hier
    
    keiner!“
    
    Da! Eine Antwort. „Der Monteur ist unterwegs!“
    
    Wer es war, konnte man nicht feststellen, es waren
    
    mehrere. Er ging auch zur Tür und rief: „Hi Andre!
    
    Schönes Wetter hier drinne!“
    
    Dann entspann sich ein etwas sinnloses Gespräch zwi
    
    schen den beiden.
    
    Sie beobachtete ihn dabei sehr interessiert, bis er
    
    sich doch wieder zu ihr drehte. Inzwischen stand sie
    
    in der Taiji- Grundhaltung und konzentrierte sich auf
    
    ihren Atem.
    
    „Sag bloß, du hast auch Platzangst!“
    
    Sie schüttelte den Kopf, konzentrierte sich weiter.
    
    Spürte, wie er sie verblüfft ansah.
    
    Lächelte.
    
    „Das hilft auf jeden Fall immmer cool zu bleiben.“
    
    „Aha.“
    
    Lange konnte er nicht ruhig sein. Doch sie spürte,
    
    wie sie sich immer mehr entspannte. Schließlich ließ
    
    sie die Arme sinken, öffnete die Augen und wollte wie-
    
    der ein Stück auf ihn zugehen. Er hatte sich in eine
    
    Ecke gesetzt und die Augen geschlossen.
    
    Alter Schauspieler! Konnte es scheinbar nicht mal ertra-
    
    gen, wenn sich nicht alles nur um ihn drehte.
    
    Leise rief sie seinen Namen.
    
    Keine Antwort.
    
    Sie rief etwas lauter.
    
    Immernoch nichts.
    
    Erschrocken ging sie zu ihm, prüfte, ob sein
    
    Atem ging. Alles war normal, sein Puls ging
    
    wieder ruhig. Er lehnte gegen die Wand. Sie
    
    kniete sich neben ihn, strich einige Male über
    
    seinen Kopf...flüsterte, dass gleich jemand
    
    kommen würde. Er regte sich nicht.
    
    Da wurde sie traurig.
    
    „Ach, Scheiße!“
    
    Sie bettete seinen Kopf in ihren Schoß, streichelte
    
    sein Gesicht und dann kamen ihr Tränen.
    
    Sie liefen aus ihren Augen, tropften auf seine Stirn,
    
    immer mehr, sie weinte alles raus, die ganze Anspannung
    
    der letzten Wochen, die Trauer, ihre Einsamkeit, ihre
    
    Sehnsucht.
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