1. Die Mitte des Universums Ch. 026


    Datum: 27.01.2023, Kategorien: Erstes Mal Autor: byBenGarland

    ... nur einfach eine alte Sonnenbrille. Tagsüber seh' ich doch auch so genug," fügte sie noch an.
    
    „Ach, komm, Du must ja auch manchmal nachts fahren. Lass Dir mal 'ne richtige Brille machen, mit der Du besser siehst. Ich komm auch mit zum Optiker, wenn Du willst," schlug ich vor.
    
    „Ach, ich will keine Brille. Das ist komisch, immer durch so einen Rahmen zu kucken," wich sie aus.
    
    „Da gewöhnst Du Dich dran, und ein Unfall, weil Du nicht richtig siehst, ist noch viel komischer," sagte ich ihr.
    
    „Ach, wird schon nichts passieren," lachte sie. „Außerdem seh ich mit Brille nicht gut aus," schob sie noch hinterher, was wohl der wirkliche Grund war, weshalb sie keine wollte.
    
    „Na, Du hast doch bis gerade eben eine Sonnenbrille aufgehabt. Das ging doch auch."
    
    „Ja, die ist aber nur zum Fahren, wegen des Windes. Und hier oben auf dem Kopf sieht sie auch cool aus, finde ich, aber nicht auf meinem Gesicht."
    
    „Du weißt doch aber, dass Du schön bist. Eine Brille würde das ja nicht ändern."
    
    „Wirklich? Ach, nein, das glaub ich nicht," lachte sie wieder, sich etwas nach vorn beugend, bevor sie ihren Oberkörper wieder nach hinten schnappen ließ.
    
    Ich hatte ihr dasselbe Kompliment schon einmal an der Schule gemacht. Aber gut, man konnte ja einer jungen Frau nicht oft genug sagen, dass sie schön war. Ngan trug heute ihr Haar offen, und mit ihren Stirnfransen sah sie wirklich ausnehmend hübsch aus. Ich kuckte mir nochmal ihre Beine an, während sie aus ihren Schuhen schlüpfte. ...
    ... Das Kleid bedeckte ihre Oberschenkel etwa zur Hälfte, wie sie hier so saß, und ihre Haut war ziemlich gelblich.
    
    Ich kuckte nun auf ihr Kleid, konnte aber die Sprache, in der es bedruckt war, nicht ausmachen. Ich fragte sie, aber sie wusste es auch nicht. Alles war in lateinischen Buchstaben gedruckt, aber es waren wohl Fantasieworte. Auf ihrem Gürtel stand aber das Wort ‚tam'.
    
    „Ach, kuck, da ist ein Wort, das wir kennen," sagte ich auf ihren Gürtel zeigend.
    
    Sie sah an sich runter und lachte.
    
    „Naja, das kann vieles heißen: ‚baden' oder auch ‚acht'."
    
    „Oder auch ‚Zahnstocher'," lachte ich.
    
    „Ja, stimmt. Acht Zahnstocher baden," legte sie nun die de Wörter aneinander, deren diakritische Zeichen über dem Vokal sich zwar im Vietnamesischen unterschieden, die Buchstaben an sich aber dieselben waren.
    
    Ich mochte ihren Humor, und auch mir waren solche Blödelsätze schon eingefallen. Wir unterhielten uns nun eine Weile, wieso sie Englisch studiert hatte, und sie erzählte, dass sie sogar zwei Uniabschlüsse hatte: einen als Englischlehrer und noch einen als Übersetzer. Ihr Englisch war auch ziemlich gut. Sie ließ mich auch erzählen, wie ich von meiner Frau Vietnamesisch gelernt hatte. Dann kuckten wir noch einmal nach Worten auf ihrem Kleid, was mir die Gelegenheit gab, die Größe ihrer Brust genauer abzuschätzen.
    
    Der Wind wedelte nun ihr Haar durcheinander, und sie richtete die Sonnenbrille oben auf ihrem Kopf. Ich wusste nicht, wozu sie sie dort trug, aber sie sah ...
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